Tanja Jarussi
Sie wurde 1974 geboren und lebt in Bozen. Als experimentelle und vielseitige Künstlerin drückt sie sich durch verschiedenste künstlerische Sprachen aus.
Technische und künstlerische Forschung
Ursprünglich von der Malerei angezogen, absolvierte sie eine höhere und akademische Ausbildung mit Schwerpunkt Malerei, während derer sie die Gravur kennenlernte, ihre Faszination für die Bildhauerei entdeckte und sich der Welt des Theaters annäherte. Ihr Interesse und ihre Neugier gegenüber jeglicher Materie führten dazu, dass sie ihre technischen Kenntnisse erweiterte. Dies ermöglicht ihr volle gestalterische Freiheit zwischen der zweiten und dritten Dimension, wobei sie je nach Ausdruckswunsch unterschiedliche Techniken anwendet:
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Malerei: In der sie den Wechsel zwischen Figurativem und Abstraktem benötigt, mal symbolisch, mal strukturreich.
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Grafik: Mit dem Druck von Monotypien, um immanenten Bildern in kurzer Zeit Gestalt zu verleihen, wie Notizen, die später überarbeitet werden.
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Wachs: Von ihr graviert und wie Haut „tätowiert“, wobei sie die Enkaustik-Technik mit eigenen Experimenten verbindet.
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Ton: In Verbindung mit Gazen und Metalldrähten entstehen ihre ersten interaktiven Installationen, allen voran „Finestre sulla terra“ (Fenster zur Erde), mit denen sie beginnt, das Publikum einzubeziehen.
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Eco-Paintings: Übermalungen von Ultraschallbildern in den Konstellationen des Zyklus „Anima mundi“.
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Papiermaché: Zur Erschaffung der „Fù vasi di Pandora“ (Ehemalige Büchsen der Pandora). Diese großen Gefäße zum Verschließen entstanden während des ersten Lockdowns aus dem Bedürfnis heraus, sich die eigenen Fähigkeiten und den eigenen Willen wieder anzueignen und das verdammte, von Pandora geöffnete Gefäß endlich zu schließen.
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Recyclingmaterial: Verwendung von viel Fundmaterial für die Erschaffung von Werken und kompletten Bühnenbildern.
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Schatten: Nutzung von Schatten zur Erschaffung von Nicht-Materie, wie in „Sognare ad occhi aperti“ (Tagträumen), wo die Mitwirkung des Publikums entscheidend ist, um das Licht einzuschalten und den Schatten der offenen Augen zu erzeugen.
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Rückkehr zur Malerei: Einsatz von Spritztechniken und Airbrush auf transparenten Stoffen, um Materie zu „entfernen“ und Leichtigkeit zurückzugeben – eine wesentliche Eigenschaft ihrer Werke von 2023 bis heute.
Themen und Philosophie
Ständig auf der Suche nach Ausdrucksmitteln und -wegen, ist der rote Faden in Tanjas Forschung der Wunsch, eigene und fremde Emotionen zu berühren, um urzeitliche Erinnerungen und die ursprüngliche Verbindung zu Mutter Erde zu wecken. Sie untersucht die Ambivalenz zwischen Materie und Nicht-Materie und betont die Bedeutung beider für unseren irdischen und nicht-irdischen Weg.
Das Immaterielle bleibt ihr Leitmotiv im Zyklus „Presenze-anWesende“ (2023), gefolgt von „Ritratti d’anima e di spirito“ (2024) und wird explizit im Zyklus „Ricerca l’immateriale leggerezza“ (Suche nach der immateriellen Leichtigkeit) der Jahre 2024 und 2025.
Ausstellungsverlauf
Seit 1998 stellt sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus. Von Lecce bis Innsbruck, Rom, Carrara, Turin, Mantua, Parma und Verona wurden ihre Werke in Galerien und Museen gezeigt. Zudem ist sie ständig in verschiedenen künstlerischen und kulturellen Initiativen in Südtirol aktiv. Szenische Installationen für besondere Anlässe realisiert sie auch für wohltätige Zwecke. Das Bedürfnis nach Austausch führt sie zur Teilnahme an Performances und zur Gründung von Arbeitsgruppen für die Interaktion mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen und Künstlern.
Künstlerische Didaktik
Seit 2001 begleitet ihre künstlerische Laufbahn eine didaktische Tätigkeit in Schulen aller Stufen bis hin zur Erwachsenenbildung. Projekte wie Up-cycling, Re-cycling, Land-Art, Bottega dei colori naturali (Naturfarbenworkshop) und Alla ricerca della propria Arte (Auf der Suche nach der eigenen Kunst) nutzen ihre technische Vielfalt, um kulturelle, pädagogische, ökologische und persönliche Themen zu vertiefen.
Highlights:
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2025: Dokumentarfilm „SAFARI VIAGGIO D’ARTISTA - Tanja Jarussi“, TV RAI Alto Adige , Redaktion Paolo Mazzucato, Autor Luca Tomarelli. Ausstrahlung 18.01.25, RAI 3 reg. (Wiederholung 27.04.25). Link zur MediathekRaiAA/Facebook.
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2025: Interview in der Sendung „Youth On Air“, Radio RAI Link.
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2025-2023, 2019-2006: JURYMITGLIED für das Schülerfestival (Sektion Bildende Kunst), Bozen.
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2024: Interview „Onde vagabonde“, Radio RAI Südtirol (02.05.24) Link.
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2023: INTERVIEW „AMBIENTE: foglio di 20 metri di carta riciclata: un piccolo grande record“, ANSA Link.
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2023-2017: **„IL FOGLIO PIÙ LUNGO DEL MONDO “* (Das längste Blatt der Welt). Event zur Herstellung von Recyclingpapier mit einer von ihr entwickelten Bandmethode in Zusammenarbeit mit VKE und der Provinz Bozen.
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2021: Erstellung von Umschlag-Unikaten (100% handgemacht, 100% Recyclingpapier „jata paper“) für die Sammlung der Gedichte: „POESIE raccolte nel giardino delle parole“ von Francesca Fattinger (Libreria Due Punti, Trient & MUSEION-SHOP, Bozen).
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2020: Realisierung und Veröffentlichung von „Il Fù VASO di PANDORA“, Webseite „Call for Artists“ des Künstlerbundes.
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2017: MOSAIKWERK für einen privaten Auftrag im öffentlichen Raum (Friedhof Tramin, BZ).
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2010: Das Werk „Wasser“ (aus dem Zyklus „OMAGGIO AL SOLE E ALLA LUNA“) wird von der Autonomen Provinz Bozen für die Landessammlung angekauft.
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2006: Spende von „Incontro in Blu“ für das Benefizprojekt „ARTE X – 10 CANZONI PER 10 COLORI“ (Hilfe für Srebrenica und Zepa).
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2006: Finalistin beim 8. PREMIO INTERNAZIONALE für Malerei „Stadt Leifers“, BZ.
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2004: Entwurf und Realisierung eines WANDBILDES an der Fassade der Schule „A. Manzoni“ (Bozen).
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2002: Auswahl für die BIENNALE POSTUMIA GIOVANI (Mantua und Varese).
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2001: MEDAILLE ALS ANERKANNTE AUTORIN für das Werk „Che il rosso mi invada!“, Biennale Leonardo Da Vinci, Rom.
* „Das längste Blatt der Welt“ wurde so genannt, um die Besonderheit des Events hervorzuheben; es wurde nicht offiziell geprüft, ob ein solcher Rekord tatsächlich existiert.