Thea Unteregger

Thea Unteregger

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Thea Unteregger, 1970 in Bozen geboren, besuchte die Kunstlehranstalt „Cademia“ in St. Ulrich/Gröden. Sie ist Kunsthistorikerin mit Studium in Wien und Innsbruck sowie ausgebildete Kulturvermittlerin. Die Malerei, das Modellieren und Collagieren verbinden all ihre beruflichen Unternehmungen: In ihren Vermittlungsprogrammen, in Seminaren und Publikationen zum Thema weibliche Spiritualität sowie in ihrer Arbeit als Erwachsenenbildnerin nehmen künstlerisch gestaltete Materialien eine zentrale Rolle ein.

Seit 2018 tritt Unteregger verstärkt mit Ausstellungen und Aktionen im öffentlichen Raum in Erscheinung. Ihre Arbeiten basieren auf intensiven Recherchen zur Geschichte weiblicher Kultur in Mythos und Gesellschaft, die über Jahrhunderte hinweg von patriarchalen und klerikalen Narrativen überlagert wurde. Ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung setzen tiefe Schnitte in die Lagen historischer Praxen des Vergessens und Verdrängens auf der Suche nach einer weiblichen Spiritualität, die Unteregger mit einem ausgeprägten Interesse an historischen künstlerischen Techniken zusammenführt.

Aus dieser Verbindung entwickelt sie in ihrem bildnerischen Werk eine eigenständige Bild- und Formensprache, die sich bewusst gegen konventionelle, männlich dominierte Kunstästhetik positioniert. Farbe, dekorative Elemente, Formenvielfalt und emotionale Ausdruckskraft lassen im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtige Bildwelten mit lustvollen Formen und Oberflächen entstehen, deren Unmittelbarkeit und sinnliche Ausdruckskraft das Verbindende und Egalitäre dem ästhetischen Purismus der Moderne entgegensetzt. Menschen, Tiere und Natur können sich darin auf gleicher Ebene begegnen und gleichzeitig als Avatare spiritueller Wesen und Göttinnen auftreten.

Dass eine solche Bildsprache per se nur unkritisch oder gar unpolitisch sein kann, gehört bis heute zu den größten Missverständnissen einer traditionell männlich dominierten Ästhetik, die die revolutionäre Kraft des sinnlich Schönen verkennt.

Mag. Jörg Wolfert, Kunsthistoriker, Wien