Elisabeth Zwick - Andrea G. Zingerle
Eröffnung 29/06/2026 - 18:00 Uhr
Ausstellung: 29 Juni - 11 Juli 2026 Montag - Freitag 10 - 12.30 / 16 - 19 Samstag 10- 12.30
Galerie der Künstlervereinigung Bindergasse 4 - 39100 Bozen
Elisabeth Zwick
Andrea G. Zingerle
Im Mittelpunkt der Arbeit der beiden Künstlerinnen für diese Ausstellung steht die Ausgangsidee „Schaukel – seesaw“. Die Schaukel wird zur Metapher für eine veränderte Wahrnehmung von Zeit
und Raum.
Bei Elisabeth Zwick wird die Leinwand zur Bühne eines unberechenbaren Spiels. Wie eine Wippe kippt die Leinwand in alle Richtungen, die Farbe wird zum autonomen Akteur. Was als gesteuerter
Prozess beginnt, endet im Kontrollverlust. Die Werke fragen: Wo endet die Kontrolle der/s Künstler*in, wo beginnt die Eigenmächtigkeit des Materials? Was passiert, wenn wir diese Dynamik
auf die großen Systeme unserer Zeit übertragen – auf KI, die sich der menschlichen Steuerung entzieht, oder auf Kriege und autonome Waffen? Die Bilderserie wird so zur Metapher für eine Welt,
in der Technologien zu unkontrollierbaren Kräften werden – und der Mensch zum „Zauberlehrling“, der die Geister nicht mehr bannen kann.
Bei Andrea G. Zingerle geht es um Gewichtung: leicht und schwer, Gleichgewicht und Bewegung. Ausgangspunkt sind Phänomene wie Schaukeln und Drehmoment, bei denen Kräfte, Richtungen und
Momente des Schwindels erfahrbar werden. Diese Bewegungen versteht Zingerle auch als Metaphern des Lebens: auf und ab, hin und her, vor und zurück. Im Zentrum ihrer Malerei steht das
einfühlsame Nachvollziehen dieser Dynamiken und der daraus entstehenden Assoziationen – festhalten und loslassen, fliegen und fallen, sehen und erinnern. Andrea G. Zingerle braucht das Material wie Malstoffe, Farbe und Pinsel, um sich nicht in der Welt mit ihren komplexen Themen zu verlieren. Beim Malen kommt sie zu sich, verbindet sich mit ihren Gefühlen und nimmt dann erst die Gedanken dazu. Dabei ist das Malen ein
doppelter Dialog: mit sich selbst und beim Herzeigen der Bilder mit den anderen.